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Modelländerungen

Von Erik Meltzer <ermel@gerbelmann.de>

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Bilder: [ 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 ]

Modelljahr 1968. Der neue T2 erscheint. 47 PS stark und mit der Trommelbremsanlage des Vorgängermodells. Ziemlich laut ist er innen, denn an der Gummiaufhängung der Motor-/Getriebeeinheit und an der Lärmdämmung etwa der Türen experimentiert VW noch. Immerhin haben wir aber eine Schräglenkerhinterachse und eine ungeteilte Frontscheibe. Nur Pannen dürfen wir keine haben - es gibt noch keine Warnblinkanlage.

Modelljahr 1969. Die Druckknopftürgriffe, ein Relikt des Vorgängermodells, entfallen ebenso wie die Verriegelungsknöpfchen an den Türen. Der Dieb hat es fortan etwas schwerer, denn die Türverriegelung ist nun in die Türinnengriffe integriert. Schade ist es um den verchromten Innenspiegel - er ist fortan aus Kunststoff, dafür aber auf Wunsch auch abblendbar zu bekommen. Jetzt darf unser Bus auch mal kaputtgehen, denn ab sofort ist die Warnblinkanlage serienmäßig.

Modelljahr 1970. Keine Angst mehr (naja, weniger) vor dem großen Crash: Die Front wird am Bodenblech durch zwei zusätzliche, seitlich abspreizende Holme verstärkt. Eine zusätzliche Rahmenstrebe sorgt auch dafür, daß es beim Zuwerfen der vorderen Türen nicht mehr gar so arg scheppert. Die Befestigungsschrauben der Vorderachse stehen jetzt 14 statt wie bisher 10 Zentimeter auseinander. Die Aufnahme der hinteren Radlager, die Bremstrommeln und die Bremsankerbleche werden geändert. Der Innenspiegel baumelt fortan nicht mehr in Augenhöhe des Fahrers und behindert dessen Sicht, denn sein Arm wurde um zwei Zentimeter gekürzt. Der Schalthebel dafür verlängert, damit man sich nicht mehr so tief nach den Gängen bücken muß.

Modelljahr 1971. Wer immer noch Angst hat, sei nun beruhigt: ab jetzt gibt es eine Scheibenbremsanlage für alle Modelle, auf Wunsch auch mit Bremskraftverstärker. Schön auch, daß sich VW letztes Jahr so viel Mühe mit den hinteren Bremsen und Radlagern gemacht hat - dieses Jahr werden sie noch einmal überarbeitet. Dazu gibt es dann auch ausgestellte hintere Radläufe und breitere Felgen mit Luftlöchern, die flachere Radkappen tragen. Bei so einer Bremsanlage kann man dem Bus dann auch mehr Leistung zugestehen. VW gibt uns denn auch mutige 3 PS in Form des AD-Motors mit Doppelkanalzylinderköpfen und größerem Vergaser - jetzt können wir mit 50 PS "fliegen".

Modelljahr 1972. Eine neue Heckpartie. Der entnervte Sportwagenfahrer hinter uns darf sich über unsere großen Heckleuchten und die eckigen oberen Kühllufteinlässe freuen. Vielleicht fällt ihm ja auch auf, daß die Motorklappe etwas schmaler ist und daß man das Heckblech nicht mehr abschrauben kann - letzteres aus Gründen der Unfallsicherheit, falls er uns hintendrauffährt. Aber sein Hupen können wir jetzt hören, denn durch eine geänderte Aufhängung des Getriebes (jetzt auch an der Kupplungsglocke mit der Karosserie verbunden) und neue Gummisilentblöcke für den Motorhaltebügel hat das Innengeräusch die 100-db(A)-Grenze unterschritten. Auch das Überholen können wir ihm schwerer machen, wenn wir uns für den 66-PS-Flachmotor entschieden haben, den es jetzt auf Wunsch gibt. Die "Computer"- (Lochkarten-) Diagnose hält Einzug bei VW, ein Stecker im Motorraum ermöglicht den Anschluß der Apparatur. Sportlich ausgestellte vordere Radläufe erhöhen unseren Sex-Appeal, und auch an die Praktikabilität hat man gedacht: die Tankklappe ist nun auch bei ganz geöffneter Schiebetür zugänglich.

Modelljahr 1973. Wen die Kastenstoßstangen beim Käfer schon immer störten, der wird nun gequält aufheulen, denn jetzt hat auch der Bus welche. Doch immerhin könnten wir uns jetzt mutig einem Frontalzusammenstoß hingeben, sitzt doch hinter der vorderen Stoßstange ein zusätzliches Prallelement. Safety first - auch die Bremsanlage wird noch einmal verstärkt. Die vorderen Blinker wandern nach oben, neben das leicht geänderte Lufteinlaßgitter. Am VW-Zeichen wird gespart, es wird einige Zentimeter kleiner im Durchmesser. Unsere Oberarme bald auch, denn ein neues Lenkgetriebe vermindert fortan die Lenkkräfte um 20%. Endlich zeigt man uns auch, wofür die roten und blauen Hebelchen am Armaturenbrett sind - Symbole klären uns nun auf: Rot ist für Heizung lau/kalt (links) bzw. Füße oder Scheibe anwärmen (rechts), eine Einstellung, die bisher nur mit dem rechten Fuß oder einer Verbeugung gemacht werden konnte. Blau hat verloren- es gibt nur noch einen Hebel für beide Seiten: Lüftung ein/nicht ganz aus. Dafür aber ein neuer Hebel an der Lenksäule: VW hat beschlossen, daß der Scheibenwischer nun hier bedient wird.

Modelljahr 1974. Der 50-PS-Motor hat nun die Kennbuchstaben AS - er ist nicht schneller geworden, hat aber ein verstärktes Gehäuse und produziert gerüchtehalber weniger Abgase. Die Leistungsorgie beim Flachmotor erreicht einen neeun Höhepunkt: 68 PS aus 1,8 Litern Hubraum. Dafür entfällt die Tankklappe - nun kann man nicht mehr vergessen, sie zu schließen.

Modelljahr 1975. Wir sind keine Unmenschen - der Autodieb darf wieder herein, die Türen haben wieder ein Knöpfchen. Daß unsere Zeit immer knapper wird, sehen wir jetzt am Sekundenzeiger der Uhr. Am Zündschloß verbiegen wir uns dafür unser Handgelenk: der Schlüssel wird nun von oben eingesteckt. Der äußere Schiebetürgriff sieht jetzt ganz anders aus, funktioniert auch nicht mehr so gut - dafür ist er billiger, denn es ist der gleiche wie im neuen VW LT. Der Horror eines jeden geschmacklich sicheren Busfahrers erscheint: die braune Innenausstattung. Sie wird begeistert gekauft, gern in Kombination mit solch verwirrenden Farben wie "nilgrün" oder "leuchtorange". Und die Zierleiste der L-Busse liegt nun auf Höhe der Türgriffe statt auf dem Wulst knapp unter den Fenstern.

Modelljahr 1976. Damit wir ob der Farbenvielfalt im Innenraum nicht erblinden, sind die Instrumente fortan in schwarz gehalten. Extase im Typ-4-Bus: ab sofort liegen nun 70 PS aus vollen 2 Litern Hubraum an. Auch das Getriebe wurde deshalb verstärkt. Aufgrund verschärfter Abgasbestimmungen frickelt VW an den Vergasern aller Modelle herum: die Leerlaufdrehzahl steigt, der CO-Gehalt der Abgase sinkt angeblich. Preisfrage: Hat es je jemand bemerkt?

Modelljahr 1977. Askese ist angesagt: kleinere Einlaßventile beim 50 PS-Motor und der Wegfall der Trennwände hinter den vorderen Einzelsitzen stehen an. Um die brachiale Gewalt des 50 PS-Motors in den Griff zu bekommen, wird dessen Kupplung im Durchmesser von 200 auf 215 Millimeter vergrößert.

Modelljahr 1978. Das Computerzeitalter ist vorbei - zumindest bei VW: der "Diagnosestecker" im Motorraum entfällt. Dafür gibt's ein besser gepolstertes Lenkrad, an dem wir uns nicht mehr die Zähne ausbeißen können. Und die großen Schiebefenster, um die sich heute alle balgen, werden eingeführt.

Modelljahr 1979. Endspurt! Dreipunktgurte sind zum Abschied serienmäßig, uuund der "Silberfisch" kommt heraus. Schiebedach, 70-PS-Motor, Chrom ohne Ende, Metalliclack (in silber, nomen est omen), Colorverglasung und dunkelblaue Veloursausstattung erleichtern uns den zum Modellwechsel anstehenden Abschied.

Modelljahr 1980. Aus und vorbei - der T3 erscheint. Ecken und Kanten, wo man hinsieht - aber der Motor, immerhin, ist noch da, wo er hingehört: im Heck! Die ersten Jahre sogar noch luftgekühlt. Und der T2 ist noch lange nicht tot - in Brasilien wird er weitergebaut... bis heute!

Änderungen zum Modelljahr 1969

Türgriff bis Modell '67 Türgriff ab Modell '68 Vorderer Türgriff.
Die alte Form war noch dieselbe wie beim T1 seit 1963 und ähnlich der beim Käfer im Modelljahr 1967.

Innenspiegel bis Modell '68 Innenspiegel Modell '69 Innenspiegel.
Statt Chrom nun Kunststoff, dafür aber auf Wunsch abblendbar.

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Änderungen zum Modelljahr 1970

Innenspiegel Modell '69 Innenspiegel ab Modell '70 Innenspiegel.
Zwei Zentimeter weiter oben, Aussparungen in den Sonnenblenden.

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Änderungen zum Modelljahr 1971

Hinterrad und Radlauf bis Modell '70 Hinterrad und Radlauf ab Modell '71 Hinterer Radlauf, Felge und Radkappe.
Breiter und weiter außen, dafür flachere Radkappen.

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Änderungen zum Modelljahr 1972

Schlußlicht und Motorklappe bis Modell '71 Schlußlicht und Motorklappe ab Modell '72 Schlußlicht und Motorklappe.
Die optisch auffallendste Veränderung in der Geschichte des T2. Ach ja, komplette Bilder haben wir auch: Von der alten Form
mit und ohne Rückfahrlampen, und von der neuen auch.

Kühllufteinlässe bis Modell '71 Kühllufteinlässe ab Modell '72 Kühllufteinlässe.
Ob der Typ-4-Motor wirklich mehr Luft braucht? Oder ging's um die Optik? Diese Änderung ist jedenfalls nicht unbedingt eine optische Verschlechterung - was man ja leider nicht von allen sagen kann.

Vorderer Radlauf bis Modell '71 Vorderer Radlauf ab Modell '72 Vorderer Radlauf.
Kaum ein Jahr nach den Scheibenbremsen und der damit einhergehenden Spurverbreiterung hat man gemerkt, daß die Seitenteile nun dreckig wurden...

Tankklappe bis Modell '71 Tankklappe ab Modell '72 Tankklappe.
Endlich kann man auch mit offener Schiebetür tanken - da kann man die strengere Form schon verschmerzen.

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Änderungen zum Modelljahr 1973

Vorderer Blinker und Stoßstange bis Modell '72 Vorderer Blinker und Stoßstange ab Modell '73 Vorderer Blinker und Stoßstange.
Letztes Jahr das Heck, nun ist der Bug dran - die Veränderungen sind fast abgeschlossen. Nochmal schön zu sehen: die Änderung der Radläufe im Vorjahr.

Frischlufteinlaß bis Modell '72 Frischlufteinlaß ab Modell '73 Frischlufteinlaß.
Das neue Modell hat ein etwas eckigeres Gitter. Außerdem: kleineres VW-Zeichen, hier mit Westfalia-Reserveradvorbau.

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Änderungen zum Modelljahr 1974

Tankklappe bis Modell '73 Tankverschluß ab Modell '74 Tankklappe.
Ein Rostnest weniger - aber ehrlich, sieht der neue Verschluß nicht wirklich billig aus? Original war er übrigens nicht in der Wagenfarbe lackiert, sondern schwarz.

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Änderungen zum Modelljahr 1975

Schiebetürgriff bis Modell '74 Schiebetürgriff ab Modell '75 Schiebetürgriff.
Wenn man den alten nach oben zieht, rastet die Tür hinten ganz ein - beim neuen kann man sie nur zuwerfen. Dafür konnte man früher eine von außen verschlossene Tür von innen nicht aufschließen und umgekehrt.

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Zuletzt bearbeitet am 9. Mai 2004